Zahlungsstopp + Zahlungsverzug = Legitimierung

Nichtzahler sind nicht nur ärgerlich, sondern vor allem existenzbedrohend. "Warum zahlen, wenn sowieso kein Geld da ist". Ein Erfahrungsbericht über unverbesserliche Kunden.

Vor 55 Tagen geliefert, ein hoch zufriedener Kunde (bzw. entsprechender Einkäufer), ein Folgeauftrag und 2 Monate später kein Geld. Das sind die Fakten. Ein kurzlebiger Auftrag bei einem großen Unternehmen entpuppt sich als Luftnummer und sorgt für Rau-es Klima.

Wenngleich zahlungsunfähige Kunden zum ‘täglichen’ Geschäft gehören ist es für Firmenneugründer und junge Unternehmer doch ein prägendes Erlebnis vor der Situation zu stehen, Zulieferer Rechnungen fristgerecht zu zahlen und gleichzeitig endlos auf den Zahlungseingang vom Kunden warten zu müssen. Nach der ersten verflossenen Frist ist man noch optimistisch, ein paar Tage, ok, passt. Nach 30 Tagen denkt man, gut, bei großen Unternehmen, die zahlen immer nach 30 Tagen. In der Zwischenzeit erfolgte natürlich auch Rückfrage, bzw. wurde eine erste Zahlungserinnerung verschickt, man will dem Neukunden ja nicht gleich den Mahnlauf ins Gesicht drücken. Nun gut, die Mitarbeiter, wie so oft, sehr zuvorkommend und freundlich – es ist eine gewisse Euphemie zu spüren-  hegen und pflegen das Vertrauen in trügerischer Harmonie.

Der Druck steigt

Die nächsten Telefonate werden zunehmend strenger im Ton, natürlich von Seiten des Gläubigers, nach wie vor ein friedvoller Ton, im Angesicht des “Ach Herr M., betrachten Sie es als schon erledigt”…. “Ich kümmere mich persönlich darum”. Cut. Ein Zahlungsverzug ist meines Erachtens ok, wenn er nicht zu Regel wird. Hinhalte-Taktiken sind ebenso verachtend, wie ernüchternd, in dem Augenblick, in dem diese Taktik von der Gegenseite durchschaut wird. Cut. Gut, bzw. nicht gut, Tag 55.

Der Ton hat mittlerweile, nichtzuletzt durch Zahlungsverpflichtungen, nicht nur gegenüber MAs, sondern auch im Privaten, an Schärfe zugenommen. Nun wird doch tatsächlich, in einem Nebensatz, erwähnt, dass “wir hatten ja Zahlungsstopp”. Ach so, stimmt, ja genau, deswegen rufe ich zum 10. Mal an und es wurde wiederholt mitgeteilt, es sei so gut wie überwiesen.

Unter Anspannung zu schreiben ist nicht zwingend empfehlenswert, um eine gewisse Resignation in Sachen Zahlungsmoral, Zahlungspraxis  zu verarbeiten unter Umständen ganz geeignet. In diesem Sinne, jetzt erstmal ein Schreib-Stopp, der hoffentlich eine baldige Zahlung, ggf. über den Weg des Mahngerichts, folgt und noch einem späteren Nachtrag in diesem Posting.