Beiträge zum Thema

Praxis

Wer einen Großteil seiner Aufträge über das Internet generiert, der wird häufig Angebot nach Angebot erstellen und auf eine hohe Konvertierungsquote setzen. Über die letzten Monate hinweg habe ich vergleichsweise mehr Angebote geschrieben als über die letzten Jahre hinweg, allerdings ist die Wandlungsrate spürbar zurückgegangen. Was die Gründe dafür sein könnten, dem möchte ich in diesem mehr oder minder geordneten Brainstorming-Artikel nachgehen.

Das Monatsende rückt näher, überfällige Kundenrechnungen werden durchgewälzt – ein all-monatliches Thema mit einem allzu oft gleichem Resümee:

Zahlungen von Einzelpersonen, kleinen Unternehmen und mit denen persönlicher Kontakt gepflegt wurde haben allesamt pünktlich innerhalb der bei der Angebotslegung vereinbarten Zahlungsfrist überwiesen. Wer aber mit hartnäckiger Persistenz Zahlungsziele ignoriert und mehr oder weniger stillschweigend eigene Maßstäbe ansetzen möchte, und dies auch tut, sind die “großen Unternehmen“, die bereits bei Auftragserteilung deutlich machen, dass nur strikte Einhaltung von vertraglich vereinbarter Geheimhaltung und möglichst niedrige Preise bei höchster Qualität (sonst wären sie wohl zu großen Agenturen gegangen) für sie wichtig ist.

Preise und Kalkulation

Beim Durchsuchen der Lexware BüroEeasy Hilfe stößt man mitunter auf interessante Sachen und mittels Querverlinkung auf ein paar super Weisheiten in Sachen Zahlungspraxis – nur kurz als Randnotiz

  1. Wer billig ist und wenig Leistung bringt, ist ein Discounter.
  2. Wer teuer ist und gute Leistung bringt, ist ein Luxus-Label.
  3. Wer teuer ist und wenig Leistung bringt, ist ein Betrüger.
  4. Wer billig ist und gute Leistung bringt, ist ein Idiot.

Letzteres ist allzu wahr im Hinblick auf die im Blog bereits vielfach angesprochenen “Mach-es-wer-will-Anbieter“. Ein Motto, das man sich einrahmen sollte ;

Telefontastatur Nummern

Da es im ursprünglichen Ansatz von Zahlungspraxis.de auch darum ging, Tipps & Tricks für den Geschäftsalltag zu geben, bzw. Fragen zu stellen, wie man mit bestimmten Business-Situation umgehen sollte, hier mal wieder ein Beitrag aus dieser Sparte: der unbekannte Anrufer / ‘Nachfrager’ am Arbeitsplatz.

Eine der häufigsten Ursachen für eine Arbeitsunterbrechung für den gemeinen Freelancer sind zuweilen Anrufe, die  leider allzu oft nicht von Kunden, sondern von irgendwelchen Verkäufern, ‘Premium-Eintrags-Disponenten‘ – You name it – kommen. Aber auch Anrufe von Mitbewerbern bzw. Unbekannten, die einem gefühlt aushorchen und somit das Gefühl von Social Engineering vermitteln sind leider keine Seltenheit.

So auch die Tage wieder, ein Anruf mit sinngemäß dem folgenden Inhalt:

Kalkulation Honorar

Allzu häufig stellt man sich als Freiberufler oder Selbständiger die Frage nach der Berechnung des Honorars – richtet man sich an der Konkurrenz aus, orientiert man sich aus öffentlich verfügbaren Empfehlungen von Verbänden etc. pp. Eine ganz praktische Möglichkeit bietet der Honorarkalkulator von E-Lancer NRW, der mittels einer einfachen Excel-Tabelle schnell eine Orientierung bietet.

Kalkulation des Honorars – Stundensatzes

Mit dem Tool lassen sich eine Vielzahl von Optionen festlegen und man bekommt schnell einen Überblick, welche Dinge man als Einsteiger, aber auch schon länger selbständig Tätiger beachten sollte, wenn es um die Berechnung seiner Stunden-, Tagessätze oder Jahresumsatz geht.

Amazon Rechnung

Auf der Suche nach einem neuen Netzteil für mein Notebook bin ich im Amazon Marketplace fündig geworden. Gute Bewertungen, ein guter Preis – also habe ich zugegriffen – es ist ja schließlich Amazon.

Nach 3 Tagen kam nun die Lieferung des Netzteils und es funktioniert auch soweit. Bis dahin also nichts auszusetzen. Das erste allerdings was stutzig machte war die Tatsache, dass nirgends ein Absender zu finden war, eben nur xyz-shop bei Amazon (ein Händler auf der Amazon Plattform).

Also habe ich nochmal die Rechnung im E-Mail-Posteingang angeschaut und die Seite des Händlers aufgesucht. Auch hier herrschte Ebbe in Sachen Kontaktinformationen, lediglich eine Kontaktaufnahme per E-Mail stand hier zur Verfügung.

Zahlungsstopp - Zahlungsverzug Euro

Vor 55 Tagen geliefert, ein hoch zufriedener Kunde (bzw. entsprechender Einkäufer), ein Folgeauftrag und 2 Monate später kein Geld. Das sind die Fakten. Ein kurzlebiger Auftrag bei einem großen Unternehmen entpuppt sich als Luftnummer und sorgt für Rau-es Klima.

Wenngleich zahlungsunfähige Kunden zum ‘täglichen’ Geschäft gehören ist es für Firmenneugründer und junge Unternehmer doch ein prägendes Erlebnis vor der Situation zu stehen, Zulieferer Rechnungen fristgerecht zu zahlen und gleichzeitig endlos auf den Zahlungseingang vom Kunden warten zu müssen. Nach der ersten verflossenen Frist ist man noch optimistisch, ein paar Tage, ok, passt. Nach 30 Tagen denkt man, gut, bei großen Unternehmen, die zahlen immer nach 30 Tagen. In der Zwischenzeit erfolgte natürlich auch Rückfrage, bzw. wurde eine erste Zahlungserinnerung verschickt, man will dem Neukunden ja nicht gleich den Mahnlauf ins Gesicht drücken. Nun gut, die Mitarbeiter, wie so oft, sehr zuvorkommend und freundlich – es ist eine gewisse Euphemie zu spüren-  hegen und pflegen das Vertrauen in trügerischer Harmonie.

BAföG und KfW

Wer nach Ende des Studiums die Rückzahlung seines Bankdarlehens nach § 18 BAföG bei der KfW einmal nicht bedienen kann oder für einen Zeitraum aussetzen möchte, sprich eine Stundung beantragen möchte, der kann dies mit entsprechenden Nachweisen zum Einkommen bei der KfW Bank beantragen. Dazu muss glaubhaft nachgewiesen werden, dass man die Rückzahlung aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation aktuell nicht bedienen kann. Es werden dazu folgende Belege benötigt, die bei der KfW zusammen mit einem Antrag eingereicht werden müssen. In der Regel zeigt sich die KfW Förderbank auch kulant und gewährt bei einem entsprechendem finanziellen Engpass die Stundung des Studienkredits.

Nicht dass es in diesem Blog nur um die Zahlungspraxis zu Transkriptionen gehen sollte, aber aktuell beschäftigt mich das Thema und deshalb hier ein kurzer Beitrag zu Transkriptionspreisen. Wie bereits in einem vorherigen Artikel zum Preisdumping in diesem Dienstleistungsbereich beschrieben, konnte ich bei einigen Recherchen zum Keyword “Transkription” doch einige interessante Preisangebote entdecken. Da ich selbst Interviews und andere Audiodokumente transkribiere und wie ich meinte auch durchweg einen guten Schnitt bei den Tastenanschlägen je Minute erreiche, war es mir bislang ein Rätsel wie man bestimmte Preise, nennen wir sie beim Namen: um die 60 Cent, anbieten kann. Nach meinen Erfahrungen kann man im Schnitt mit mind. 5 Stunden für eine gute und fehlerfreie Transkription rechnen (durchaus auch mehr). – Dass eher mit 6 bis 8 Arbeitsstunden für eine Audiostunde kalkuliert werden sollte, wie in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt, ist unten in den Kommentaren belegt. -

Das heißt mit einer anschließenden Rechtschreibprüfung, kurzem Nachschlagen von speziellen Eigennamen (insbesondere bei Fachtexten – spezifischen Transkriptionen, sollte dieser Punkt nicht unterschätzt werden), sowie wiederholtem Anhören bei undeutlicher, schneller Ausdrucksweise. Anders sieht es bei Diktaten oder speziell aufgesprochenen Texten aus, hier sind bei kürzeren Aufnahmen auch schnellere Zeiten erreichbar. Bei regulären Gesprächsdaten kommt man aber um das mehrmalige Anhören von Passagen nicht herum, weil es sich einfach um natürliche Kommunikation handelt, die Überlagerungen, Dialekt und Abbrüche etc. enthält. Hinzu kommt, dass bei einer Transkription von mehreren Stunden (10+ Audiostunden) keine Schreibarbeit am Stück möglich ist. (Nachtrag: Siehe dazu unten den Link Forum Qualitative Sozialforschung)

Wenn man nun beispielsweise einen Stundenlohn von 10 Euro netto ansetzen würde, beim Faktor 5, käme man also auf einen Minutenpreis von ca. — Euro. Als Selbständiger oder Freiberufler ist dieser Stundenlohn allerdings unrealistisch, da er nicht die annähernd die Kosten deckt, denn 1) im Gegensatz zu einer Festanstellung kommen Aufträge unregelmäßig, das heißt man hat diesen Stundenlohn nicht automatisch jeden Tag, 2) dazu kommen Kosten wie Krankenkassenbeiträge, Versicherungen, Büromiete und jede Menge andere Kosten hinzu. Gut, ohne dies nun zu sehr auszudehnen, denn allein zu diesem Thema ließen sich treffliche Texte verfassen, erscheint es mir objektiv gesehen einfach nicht plausibel, wie man bei Preisen um die 60 Cent und darunter eine vernünftige Qualität realisieren kann und vor allem davon leben will und kann.

Bild Euro Geldscheine Zahlungspraxis

Geldscheine

Bin vor längerem schon einmal auf die Seite machdudas & Konsorten aufmerksam geworden – ich möchte mir dabei kein allumfassendes Urteil erlauben – aber für die Bereiche nach denen ich mal ein wenig gebrowst hatte, Übersetzungen und Transkriptionen, musste ich doch einen ziemlichen Preisverfall feststellen. Natürlich ist das Thema bspw. in Übersetzerkreisen, wie auch in anderen Branchen, weit verbreitet, dass Dienstleistungen jenseits von vernünftiger Preispolitik angeboten werden und man sich die Frage stellt, in wie fern diejenigen, die solche Angebote (in dem Beispiel was ich gefunden hatte war der Preis direkt mit angeben) annehmen und davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Im Beispiel der Eingangs genannten Seite, welche ich nicht überbetonen möchte, da es nur eine von vielen ist, sind die Antworten auf die Ausschreibungen für jeden sichtbar. Dass der ohnehin schon niedrige Preis darin noch unterboten wird kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

 

Um das Ganze noch ein wenig zu untermauern und ggf. zur Diskussion anzuregen, hier ein kurzes Zahlenbeispiel für die Transkription von Interviews. Für das Verschriftlichen von Gesprächsdaten (Audiodaten) kann man für die Arbeitszeit mindestens mit dem Faktor 4 bis 6 rechnen. Dies bedeutet für eine Stunde Ausgangsmaterial (1h Audio) benötigt man  im Schnitt 5 Arbeitsstunden. Natürlich sind kürzere Audioschnipsel auch mit dem Faktor 3 zu bewältigen, aber transkribieren benötigt Konzentration, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Anzahl der Sprecher, Sprechgeschwindigkeit, Tonqualität, Dialekt, Hintergrundgeräusche etc. pp.

Dies soll heißen, um eine Audiodatei zu verschriftlichen genügt es nicht, wie man evt. als Novice annehmen würde, mit einem 1:1 Aufwand zu kalkulieren, sondern es umfasst wiederholtes hören und bei längeren Audiodaten auch  Pausen, um auch keinen Punkt, keine Äußerung zu überhören. Natürlich mag es auch Transkriptionen jenseits von akademischen und wirtschaftlichen Interessen geben, in der Regel zielen aber solche Ausschreibungen doch eher auf jene solche ab.