Zahlungspraxis: Honorar

Kalkulation des Honorars – Stundensatzes

Allzu häufig stellt man sich als Freiberufler oder Selbständiger die Frage nach der Berechnung des Honorars – richtet man sich an der Konkurrenz aus, orientiert man sich aus öffentlich verfügbaren Empfehlungen von Verbänden etc. pp. Eine ganz praktische Möglichkeit bietet der Honorarkalkulator von E-Lancer NRW, der mittels einer einfachen Excel-Tabelle schnell eine Orientierung bietet.

Honorarkalkulation

Kalkulation des Honorars - Stundensatzes

Mit dem Tool lassen sich eine Vielzahl von Optionen festlegen und man bekommt schnell einen Überblick, welche Dinge man als Einsteiger, aber auch schon länger selbständig Tätiger beachten sollte, wenn es um die Berechnung seiner Stunden-, Tagessätze oder Jahresumsatz geht.

Natürlich liegen zwischen ‘Wunscheinkommen’, wie es in der Excel-Tabelle so schön heißt, und tatsächlich ansetzbaren Preisen je nach Branche große Unterschiede. Um einen ersten groben Überblick als Selbständiger zu bekommen, aber ein gelungenes Tool.

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Transkriptionspreise Umfrage

Transkriptionsservice

Nicht dass in diesem Blog nur um die Zahlungspraxis zu Transkriptionen gehen sollte, aber aktuell beschäftigt mich das Thema und deshalb hier ein kurzer Beitrag zu Transkriptionspreisen. Wie bereits in einem vorherigen Artikel zum Preisdumping in diesem Dienstleistungsbereich beschrieben, konnte ich bei einigen Recherchen zum Keyword “Transkription” doch einige interessante Preisangebote entdecken. Da ich selbst Interviews und andere Audiodokumente transkribiere und wie ich meinte auch durchweg einen guten Schnitt bei den Tastenanschlägen je Minute erreiche, war es mir bislang ein Rätsel wie man bestimmte Preise, nennen wir sie beim Namen: um die 50 Cent, anbieten kann. Nach meinen Erfahrungen kann man im Schnitt mit 5 Stunden für eine gute und fehlerfreie Transkription rechnen (durchaus auch mehr). Das heißt mit einer anschließenden Rechtschreibprüfung, kurzem Nachschlagen von speziellen Eigennamen (insbesondere bei Fachtexten – spezifischen Transkriptionen), sowie wiederholtem Anhören bei undeutlicher, schneller Ausdrucksweise. Anders sieht es bei Diktaten oder speziell aufgesprochenen Texten aus, hier sind bei kürzeren Aufnahmen auch schnellere Zeiten erreichbar. Bei regulären Gesprächsdaten kommt man aber um das mehrmalige Anhören von Passagen nicht herum, weil es sich einfach um natürliche Kommunikation handelt, die Überlagerungen, Dialekt und Abbrüche etc. enthält. Hinzu kommt, dass bei einer Transkription von mehreren Stunden (10+ Audiostunden) keine Schreibarbeit am Stück möglich ist. (Nachtrag: Siehe dazu unten den Link Forum Qualitative Sozialforschung)

Wenn man nun beispielsweise einen Stundenlohn von 10 Euro Netto ansetzen würde, beim Faktor 5, käme man also auf einen Minutenpreis von ca. 1 Euro Brutto. Als Selbständiger oder Unternehmer ist dieser Stundenlohn allerdings unrealistisch, da er nicht die annähernd die Kosten deckt, denn im Gegensatz zu einer Festanstellung kommen Aufträge unregelmäßig, das heißt man hat diesen Stundenlohn nicht automatisch jeden Tag, dazu kommen Kosten wie Krankenkassenbeiträge, Versicherungen, Büromiete und jede Menge andere Kosten hinzu. Gut, ohne dies nun zu sehr auszudehnen, denn allein zu diesem Thema ließen sich treffliche Texte verfassen, erscheint es mir objektiv gesehen einfach nicht plausibel, wie man bei Preisen um die 50 Cent und darunter eine vernünftige Qualität realisieren kann und vor allem davon leben will und kann. Mehr…

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Preisdumping am Beispiel von Transkriptionen

Bin vor längerem schon einmal auf die Seite machdudas & Konsorten aufmerksam geworden – ich möchte mir dabei kein allumfassendes Urteil erlauben – aber für die Bereiche nach denen ich mal ein wenig gebrowst hatte, Übersetzungen und Transkriptionen, musste ich doch einen ziemlichen Preisverfall feststellen. Natürlich ist das Thema bspw. in Übersetzerkreisen, wie auch in anderen Branchen, weit verbreitet, dass Dienstleistungen jenseits von vernünftiger Preispolitik angeboten werden und man sich die Frage stellt, in wie fern diejenigen, die solche Angebote (in dem Beispiel was ich gefunden hatte war der Preis direkt mit angeben) annehmen und davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Im Beispiel der Eingangs genannten Seite, welche ich nicht überbetonen möchte, da es nur eine von vielen ist, sind die Antworten auf die Ausschreibungen für jeden sichtbar. Dass der ohnehin schon niedrige Preis darin noch unterboten wird kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Geldscheine Euro Zahlungspraxis

Um das Ganze noch ein wenig zu untermauern und ggf. zur Diskussion anzuregen, hier ein kurzes Zahlenbeispiel für die Transkription von Interviews. Für das Verschriftlichen von Gesprächsdaten (Audiodaten) kann man für die Arbeitszeit mindestens mit dem Faktor 4 bis 6 rechnen. Dies bedeutet für eine Stunde Ausgangsmaterial (1h Audio) benötigt man  im Schnitt 5 Arbeitsstunden. Natürlich sind kürzere Audioschnipsel auch mit dem Faktor 3 zu bewältigen, aber transkribieren benötigt Konzentration, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Anzahl der Sprecher, Sprechgeschwindigkeit, Tonqualität, Dialekt, Hintergrundgeräusche etc. pp.

Dies soll heißen, um eine Audiodatei zu verschriftlichen genügt es nicht, wie man evt. als Novice annehmen würde, mit einem 1:1 Aufwand zu kalkulieren, sondern es umfasst wiederholtes hören und bei längeren Audiodaten auch  Pausen, um auch keinen Punkt, keine Äußerung zu überhören. Natürlich mag es auch Transkriptionen jenseits von akademischen und wirtschaftlichen Interessen geben, in der Regel zielen aber solche Ausschreibungen doch eher auf jene solche ab.

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